Blizzard´s Titan

      Blizzard´s Titan

      Ausblick: Was Titan sein wird und was nicht

      Basierend auf den wenigen Infos zu “Titan” und Blizzards Historie kann man sich ein ungefähres Bild machen, wie das kommende Nextgen-MMO aussehen wird. Blizzard hat bisher keine Details genannt, aber es gibt Infoschnipsel, die man in Foren, Blogs, Tweets, Stellenausschreibungen oder Resümees im Internet sammeln kann. Nachfolgend also eine Zusammenfassung dessen, was Titan vermutlich sein wird und was nicht.

      Blizzard wird auf Nummer sicher gehen

      Es gibt einen grossen Hype um “Titan”, und Gamer sowie Presse reden bereits einen brandneuen Spielansatz herbei. Was dahinter steckt ist aber wirklich nicht mehr als ein MMO für Nextgen-Konsolen und (PC-)Systeme mit fortgeschrittener Grafik.
      Viele der an der Entwicklung von “Titan” beteiligten Team-Mitglieder haben einen starken Konsolen-Hintergrund. Ausserdem will Blizzard unbedingt in den Konsolen-Markt, so dass “Titan” höchstwahrscheinlich für den PC sowie Xbox 720 & PS4 entwickelt wird.
      Obwohl an hochqualitativer Grafik gearbeitet wird, beinhalten die Stellenausschreibungen für manche Künstler die Konvertierung von High-Polygon-Skulpturen in Low-Polygon-Spielmodelle sowie die Entwicklung grafisch ansprechender, niedrig aufgelöster Texturen und Hintergründe für ältere PC’s. Wie bei anderen Blizzard-Spielen auch, soll “Titan” auf möglichst vielen Systemen laufen.
      Blizzard könnte intern experimentieren, aber mit Hinblick auf das finale Produkt wird man auf Nummer sicher gehen. Selbst CM Bashiok hatte einmal zugegeben, dass Blizzard nicht innovativ ist, sondern vielversprechende Konzepte kopiert, verbessert und verfeinert. Blizzard wird also kein Risiko eingehen, und sie werden nur Spiele produzieren, von denen sie wissen dass sie erfolgreich sein werden.
      Activison und Blizzard werden sich gegenseitig keine Konkurrenz machen. Genau so sicher wie Activison kein Fantasy-MMO produzieren würde, wird Blizzard keinen Warfare FPS Shooter machen. Erst wenn die Popularität eines Spiels schwindet, wird man dessen Userbase auffangen bzw. “kannibalisieren” wollen. Ein World of StarCraft MMO gäbe es also beispielsweise erst dann, wenn das RTS Game StarCraft am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist.

      Es wird nicht wegweisend oder innovativ sein

      Bei allem Hype um “Titan” sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Die jahrelange Geheimniskrämerei um neue Produkte gehört zu Blizzards Geschäftspolitik (siehe Diablo 3). Das Spiel wird sicher (viel) Spass machen, aber weder wegweisend noch innovativ sein. Ähnlich wie Gameplay und Grafik werden die zugrundeliegenden Überlieferungen und Geschichten auch sich wiederholende Elemente und abgeleitete Werke enthalten.
      Blizzard heuert kein neues Team von professionellen Schriftstellern, Wissenschaftlern und Psychologen an, um die grösste jemals geschriebene Fiktion zu erschaffen. Sie sind noch nicht einmal auf der Suche nach neuen Autoren, sondern verwenden die, die schon lange mit dabei sind (diejenigen, die Geschichten für StarCraft, Diablo und WarCraft geschrieben haben).

      Es wird kein “Fallout” MMO

      Obwohl es zahlreiche Hinweise gibt, dass “Titan” ein post-apokalyptischer Titel ist, wird es nicht so kommen. Es wird sehr wahrscheinlich post-apokalyptische Umgebungen enthalten, aber es wird niemals ein rein post-apokalyptisches Spiel. Als MMO würde ein “Fallout” wegen des rasanten Content-Konsums keinen Erfolg haben.
      Spieler verlangen ständig nach neuen Umgebungen und verschiedenen Reizen, um das Interesse zu behalten. Die “Fallout”-Serie funktioniert sehr gut als Singleplayer-Spiel, aber MMOs erfordern häufige Injektionen von neuen Inhalten, um der Langeweile entgegen zu wirken. Eine rein post-apokalyptische Umgebung wäre sehr schnell repetitiv und ermüdend.

      Es wird viele ungewöhnliche Schauplätze beinhalten

      Wegen des ständigen Bedarfs an neuen Inhalten und Stimulanzien wird “Titan” World of Warcraft diesbezüglich sehr ähnlich sein, d.h. es gibt eine Vielzahl von Umgebungen wie auch Nebentätigkeiten (Handwerk, Minispiele usw.).
      Da Blizzard für “Titan” Ingame-Werbung plant, kann man sich schon ungefähr vorstellen wie die Umgebungen beschaffen sind bzw. wo die Schwerpunkte liegen. Und ja, sagte Blizzard sagte Ingame-Werbung in der Welt (nicht in den Chat-Kanälen), die voll mit dem Gameplay integriert ist. So war beispielsweise mal die Umsetzung von Ingame-Werbung in Starcraft geplant, bei Diablo oder World of Warcraft ist es nicht möglich gewesen. Und weil die Ingame-Werbung so wichtig ist, heisst das, dass die Welt von “Titan” ein modernes oder fast-utopisches Aussehen haben wird. Das häusliche Umfeld eures Avatars wird also eine moderne, “reale Welt” sein, von der aus ihr (irgendwie) zu allen anderen Umgebungen reist. Als Beispiel könnte man sich das Los Angeles anno 2019 im Film “Blade Runner” vorstellen.
      Jeff Kaplan sagte, dass das Nextgen-MMO eine Mischung aus “Scifi, nahe Zukunft, Post-Apokalypse und Historie” sei. Cameron Dayton hatte angedeutet, dass “Titan” Atlantis und Teotihuacán beinhaltet, und dass Stan Sakai (“Usagi Yojimbo”, Japan des 16. und 17. Jahrhunderts, C64-Spiel hier) bei einigen Lore-Aspekten beteiligt sei. Die Tweets wurden mittlerweile gelöscht, was wohl als Indiz dafür angesehen werden kann, dass Sakai Teil des Teams ist.
      Es gibt starke Hinweise darauf, dass “Titan” auf der Erde (oder einer Version davon) stattfinden wird, mit “realen” Schauplätzen und der Möglichkeit, zu historischen oder antiken Zivilisationen reisen. Das lässt die Möglichkeit einer auf Zeitreisen, parallele Dimensionen oder Telepräsenz (“Surrogates” / “Avatar”) basierten Story offen. Oder vielleicht ist es eine dystopische Zukunft à la Warhammer 40K mit mehreren weltweiten, in derselben Zeit stattfindenden Events, in denen alte und begrabene Zivilisationen erkundet werden können.
      “Titan” wird kein striktes Scifi-Spiel und nicht mit StarCraft konkurrieren. Es ist jedoch möglich, dass viele Umgebungen und Inhalte aus StarCraft: Ghost in das MMO einfliessen.

      Es wird und wird nicht ein WoW Klon sein

      “Titan” wird viele Gemeinsamkeiten mit World of WarCraft haben, u.a. den typischen künstlerischen Blizzard-Stil, aber das Spiel muss sich insgesamt deutlich von WoW unterscheiden, um das Interesse langfristig aufrecht zu erhalten.
      Viele der ersten Mitarbeiter bei “Titan” waren Teil des Konsolen-Teams, d.h. der SAS-Gruppe. Das Nextgen-MMO wird WoW in vielerlei Hinsicht ähneln, aber da es auch für Konsolen entwickelt wird und (vermutlich) Ideen aus Ghost und folgenden Iterationen einfliessen, kann man davon ausgehen, dass sich das Gameplay stark unterscheidet. Es wird wahrscheinlich sehr viel scheller und actionorientierter sein, “in your face”, wie die Amerikaner sagen würden. Letztlich ist es auch wichtig, nach WoW neben frischen Inhalten ein neues Gameplay zu bieten.
      Das User Interface wird sich dramatisch von WoW unterscheiden und mehr dem von Diablo 3 ähneln, damit es sowohl PC- als auch Konsolen-kompatibel ist. Im Einzelnen heisst das: Kleiner, vereinfacht, gestrafft und nicht so viele Optionen oder Tasten, die man gewöhnlicherweise auf dem PC erwarten würde. Bewegung und Kampf werden mausgesteuert sein müssen, damit die Kämpfe deutlich schneller als in WoW ablaufen.
      Das wiederum bedeutet, dass die zur Verfügung stehenden Fertigkeiten und Talente zahlenmässig deutlich geringer ausfallen werden als in WoW (auch hier wieder ähnlich denen in Diablo 3).

      Es wird farbig sein und WoW Demographien als Zielgruppe haben

      Blizzards Merchandising-Pläne für “Titan” umfassen Comic Bücher, Bücher/Romane, Action-Figuren, Kurzfilme und Bekleidung. Insbesondere bei einem neu zu etablierenden Franchise setzt das ikonografische, einprägsame Charaktere voraus. Cameron Dayton hat bereits bestätigt, dass das Spiel grossen Helden und Schurken haben wird.
      Das für “Titan” ausgewählte Merchandising entspricht dem für WoW Demographien. Vermutlich sollen auch etwas jüngere Spieler angesprochen werden, aber man wird sehr darauf achten, keine WoW Spieler zu “kannibalisieren”. Es sollen zwar dieselben Altergruppen angesprochen werden, jedoch nicht diejenigen, die ausschliesslich Fantasy RPGs spielen.
      “Titan” wird kein Casual Game sein, aber Casual Minigames in der Spielwelt zur Verfügung stellen. Da die Kämpfe schneller ablaufen, könnte man einige Elemente des Spiels als FPS (First Person Shooter) definieren, aber es wird immer noch ein auf Plünderungen, Sammeln und Erfolgen basierendes MMORPG und kein MMOFPS sein. Der Erfolg eines MMOFPS ist derzeit unbewiesen, und Blizzard wird es deshalb nicht riskieren, eines auf gut Glück zu veröffentlichen. Ausserdem sind die Möglichkeiten eines MMOFPS zu begrenzt, und Blizzard braucht mit Hinblick auf eine breite Zielgruppe mehrere fesselnde Gameplay-Elemente, die es in bekannten RPGs gibt.
      Es wird für Blizzard nicht möglich sein, alle Märkte der Konkurrenz anzugreifen, aber man wird Teile von erfolgreichen Franchises kopieren, um diese zu einem neuen Spiel zusammenzusetzen, das möglichst viele Spieler anzieht, wie beispielsweise Beute-zentriertes Glücksspiel. Man wird versuchen mit Fallout, Mass Effect, Halo, Pokemon (siehe WoW Pets) und wahrscheinlich The Sims zu konkurrieren. Es wurden für das Nextgen-Team u.a. auch Angestellte der Ensemble Studios abgeworben, die an einem Halo MMO gearbeitet hatten (ebenfalls mit dem Nicknamen “Titan”). Viele der Ideen und/oder Designs des Halo MMOs werden also vermutlich in Blizzards “Titan” einfliessen.

      Quelle: wow.gamona.de/2012/11/18/titan…er-blizzards-nextgen-mmo/

      Titan wird nicht Titan heißen

      So gut wie jeder Blizzard-Fan wird wohl wissen, dass die Firma derzeit an einem geheimen MMO-Projekt arbeitet. Dieses hat den Projektnamen Titan und außer diesem Namen gibt es eigentlich keine handfesten Infos, sondern nur Spekulationen sowie angebliche Leaks und Gerüchte. Was man nun aber sagen kann ist, dass das kommende Next-Gen-MMO auf jeden Fall nicht den Namen Titan trägt.

      Am 11. April hat sich das Studio "Respawn Entertainment" nämlich den Namen für die Produktklasse "Video and computer game programs; video game dics; video game software" rechtlich schützen lassen. Man kann aber davon ausgehen, dass, wenn Blizzard das Spiel Titan genannt hätte, sie sich diesen Namen wohl schon viel früher gesichert hätten.